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CDU/CSU-Fraktion fordert Kürzung der Solarstrom-Förderung

10. Dezember 2010 Hinterlasse einen Kommentar

Die Förderung von Solarstrom soll auf ein Drittel gesenkt werden. Das fordert Thomas Bareiß, Koordinator für Energiepolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, im ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO. Die Förderung der Photovoltaik laufe aus dem Ruder. Der Solarstrom koste zu viel und bringe zu wenig. Dem Verbraucher könne nicht mehr zugemutet werden, über die Ökostrom-Umlage eine weitere Steigerung der Förderung zu zahlen. “Deshalb müssen wir in den nächsten Jahren die Photovoltaik begrenzen auf ein Drittel von dem, was wir bisher machen”, fordert Bareiß. Der CDU-Politiker hat in einem Brief an Bundesumweltminister Norbert Röttgen eine Deckelung der Solarstromförderung angemahnt. Die Zubauraten von Photovoltaik-Anlagen und damit die erzeugte Menge Solarstrom seien in den vergangenen Jahren dramatisch angestiegen.

Die Zeche zahlt der Verbraucher”, bemängelt Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in WISO. Die Förderung stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. 2009 seien schon 10 000 Megawatt Strom von Photovoltaikanlagen erzeugt worden. “Das wird sich dieses Jahr verdoppeln, im nächsten Jahr verdreifachen. Das kostet den Verbraucher in den nächsten 20 Jahren dann etwa 100 Milliarden Euro.”

Über die Einspeisevergütung zahlt jeder Stromverbraucher allein für Solarstrom zwei Cent pro Kilowattstunde. Daran möchte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) festhalten. BSW-Präsident Günther Cramer kündigt in WISO an, die Solarbranche habe sich auf eine Reduzierung der jährlichen Zubaurate von maximal 5000 Megawatt verständigt. Bis zum Jahr 2020 könne Solarstrom zehn Prozent der elektrischen Energie in Deutschland decken. “Das alles schaffen wir, ohne dass wir mehr als zwei Cent Umlage für die Photovoltaik benötigen”, erklärt Cramer in WISO.

Wie gefährlich sind Kohlenstoff-Nanopartikel?

Mit 2,5 Millionen Euro fördert das BMBF den Forschungsverbund “Carbon Black”, an dem auch das Fraunhofer ITEM in Hannover beteiligt ist. Hier sollen in den kommenden drei Jahren die toxikologischen Wirkungen dieser Kohlenstoff-Nanopartikel getestet werden – an menschlichen Lungenzelllinien und Lungenschnitten sowie im Tierversuch. Carbon Black (Industrieruß) wird in großen Mengen z.B. in der Produktion von Autoreifen verwendet.

Lungengewebe der Maus mit Carbon-Black-Partikeln

Lungengewebe der Maus mit Carbon-Black-Partikeln

“Carbon Black” ist die englische Bezeichnung für Industrie-Ruß, ein Material, das weltweit in großen Mengen hergestellt wird. Es besteht aus kleinsten Nanopartikeln und wird beispielsweise in der Produktion von Autoreifen und anderen Kunststoffen verwendet. Ein Gesundheitsrisiko dieser Kohlenstoff-Nanopartikel (CBNP) kann bisher nicht ausgeschlossen werden, die Weltgesundheitsorganisation stuft die Partikel als potenziell krebsauslösend ein. Mit insgesamt 2,5 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nun den Forschungsverbund “Prädiktion humantoxikologischer Wirkung synthetischer Carbon Black Nanopartikel”, um zu klären, inwieweit das Gefährdungspotenzial von den verschiedenen Eigenschaften der unterschiedlichen Carbon-Black-Sorten abhängt. Am Fraunhofer- Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin (ITEM) in Hannover werden insbesondere die toxikologischen Wirkungen auf menschliche Lungenzelllinien und Lungenschnitte getestet und im Tiermodell überprüft. An dem Verbund beteiligt sind außerdem Arbeitsgruppen der Universität Lübeck, der technischen Universität Karlsruhe, der Uni Marburg sowie das Forschungszentrum Borstel, das die Aktivitäten koordiniert.

Die Wissenschaftler im Verbund wollen in den kommenden drei Jahren ein mehrstufiges Prüfsystem entwickeln, mit dem die toxischen Wirkungen von verschiedenen Carbon-Black-Nanopartikeln auf Lunge und Atemwege des Menschen bestimmt werden können. Denn die Lunge ist der wichtigste Weg, über den die Nanopartikel aus der Luft in den Körper des Menschen gelangen: Rund 10.000 Liter Luft atmet der Mensch täglich ein. Das Prüfsystem soll das mögliche Risiko in verschiedenen Testsystemen quantifizieren: In Lungenzellkulturen, Lungenschnitten (Precision Cut Lung Slices, PCLS), Gewebekulturen sowie im Tiermodell im Rahmen von Inhalationsstudien. Da die Oberfläche der oberen Atemwege – Luftröhre und Bronchien – morphologisch und funktionell anders ausgestattet ist als die unteren Atemwege, werden im Projekt Zellen und Gewebe aus verschiedenen Bereichen untersucht und bewertet.

Am Fraunhofer ITEM bieten die Lungenschnitte (PCLS) entscheidende Vorteile im Vergleich zu anderen In-vitro-Methoden. Dieses in den vergangenen Jahren entwickelte Modell ermöglicht Tests an einem Gewebe, das verschiedene Zelltypen, Zell/Zell-Interaktionen sowie Polarität von Zellen aufweist. Das PCLS-System hat damit eine hohe biologische Relevanz und wird derzeit in einem anderen BMBF-Projekt als Ersatzmethode für die Prüfung der Toxizität von inhalierbaren Chemikalien prävalidiert.

Das Ziel der Forscher im Forschungsverbund Carbon Black ist es letztlich, Modifikationen der Carbon Black-Nanopartikel zu finden, die gesundheitlich unbedenklich sind und somit eine wirtschaftliche Nutzung ohne Risiken zulassen.
Forschungsverbund CarbonBlack

Projektpartner:

  • Forschungszentrum Borstel,
  • Philipps Universität Marburg,
  • Karlsruher Institut für Technologie,
  • Universität Lübeck,
  • Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin.

Koordinator: Prof. Dr. Heinz G. Fehrenbach (hfehrenbach@fz-borstel.de), Forschungszentrum Borstel

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